|
|
Konzert Freitag 20.03.2009 20:00 Uhr Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld Johannes-Passion Johann Sebastian Bach BWV 245 für Soli, Chor und Orchester Ausführende: Christin Mollnar, Sopran Yvi Jänicke, Mezzosopran Byoung Oh Kim, Tenor Victor Schiering, Evangelist Christfried Biebrach, Bass Florian Spiess, Jesusworte Susanne Peuker, Laute Hans Koch, Viola da Gamba Hagen Enke, Orgelpositiv Oratorienchor der Stadt Bielefeld Bielefelder Philharmoniker Leitung: Hartmut Sturm Pressestimmen zum Konzert |
|
||
|
||||
|
Neue Westfälische vom 23.3.2009 "Nennen wir es Lust an Passion, was diese Aufführung der Bachschen Johannes-Passion durch den Bielefelder Oratorienchor als mitreißende chormusikalische Erfahrung und nachschwingenden Eindruck vermittelte. Dabei kamen zwei Dinge zusammen: Hartmut Sturms jahrzehntelange Erfahrung, die bei der immer neuen Sichtung und Meisterung dieses Großwerks nie zur Routine gerinnt, und sein so beflügelndes Arbeiten mit dem Traditionschor, was dieser in der voll besetzten Oetkerhalle unmittelbar an die Hörer weitergab. Der gewaltige Eingangschor („Herr, unser Herrscher, zeig uns durch deine Passion“) stieß das Tor für die dramatische Szenerie des Johannes-Berichts mit dem Aplomb einer überwältigend kreatürlichen Anrufung auf. Auch wenn Sturm ihn sehr getragen nimmt, hält der melismatische Chor-Atem die Spannung, ist es ein Singen voller Ausrufezeichen, klanglicher Intensität und Mut zum Ausdruck. Seine über 120-köpfige Chorgemeinschaft verfügt über eine ausgeprägte Farbigkeit und gleichwertige Präsenz der Stimmgruppen, die sich zu einem ausgewogenen Gesamtklang von bestaunenswerter Tiefenschärfe und Durchhörbarkeit runden. Damit kam die Dramatik der werkbeherrschenden Turba-Chöre brillant zur Geltung. In zwingender, nie selbstgefällig überzogener Tempowahl und vitaler Vielfalt führte der Oratorienchor als kollektiver „Charakterdarsteller“ die Volksmenge der Juden, Hohepriester und Kriegsknechte vor Ohren und Augen. Vom entfesselten „Kreuzige“ nebst polyphon hineingewundener „Übeltäter“-Chromatik bis zur tänzerisch ausgezirkelten Häme des „Sei gegrüßet“ und dem klangvibrierenden „Lasset uns den nicht zerteilen“ blieb man der Bildhaftigkeit nichts an geschliffener Artikulation und Pointierung schuldig. Die Choräle schließlich waren die Domäne und Meisterstücke des romantisch verwurzelten, wissenden Kirchenmusikers Hartmut Sturm. Von modisch flottem Durchsingen und Befrachtung gleich weit entfernt, übersetzt er Strophen-Inhalte in Stimmungen, gibt jedem Choral ein unverwechselbares Gesicht, wobei er Choralzeilen agogisch und dynamisch unglaublich reich schattiert aufzuspannen weiß. Ihre klanggeschmeidige Wiedergabe machte die dreifach starke Chorleistung perfekt." |
|
Westfalen-Blatt vom 23.3.2009 "Wenn ein Chor wie der Oratorienchor Bachs Johannes-Passion so klangsinnlich schön und spannungsvoll zu Gehör bringt, dann hinterlässt das zwangsläufig ein hochgestimmtes Publikum." "Hartmut Sturm verschaffte durch sein differenziertes Dirigat in Bezug auf Tempo, Dynamik und Akzentuierung jeder Perspektive einen perfekten Klang- und Wirkungsraum." |
|
|
"Hervorzuheben wäre die eindrucksstarke Chormannschaft, die mit klanglicher Frische, Homogenität und erstaunlicher Transparenz, aber auch mit artikulatorischem Schliff und Reaktionsschnelle auftrumpfen konnte: von den punktgenau gesetzten, herrlich spöttischen Turba-Chören bis zu den differenziert-einfühlsamen Chorälen, vom inbrünstigen Eingangschor bis hin zur zart eingeflochtenen Grundierung einer Arie." "Nach sekundenlanger Stille brach sich die Begeisterung in minutenlangem Applaus Bahn." |