|
|
Konzert Samstag 28.4.2007 19:30 Uhr Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld Elias Felix Mendelssohn Bartholdy Ausführende: Traudl Schmaderer, Sopran Sarah Kuffner, Sopran II Anette Küttenbaum, Alt Christoph Rösel, Tenor Markus Krause, Bariton Oratorienchor der Stadt Bielefeld Bielefelder Singschul´ Philharmonisches Orchester der Stadt Bielefeld Leitung: Hartmut Sturm |
|
Elias Felix Mendelssohn Bartholdy op. 70 |
Felix Mendelssohn Bartholdy |
Als Mendelssohn nach dem Liverpooler Paulus von den Veranstaltern des Birmingham Music Festivals den Auftrag für eine neues Oratorium erhielt, folgte er dem Vorschlag des befreundeten Pfarrers und theologischen Ratgebers Schubring, die Gestalt des Propheten Elias in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist der strafende Prophet des alten Testaments, der zwischen 874 und 852 v. Chr. als unbarmherziger Hüter des Glaubens waltete und Jahwe als den alleinigen Gott Israels ansah. Weil das Land in die Hände der Baal-Priester zu geraten droht und selbst Ahab, der König der Israeliten, den heidnischen Vegetationsgott Baal anbetet, betrachtet es der eifernde und rechthaberische Elias als seine Pflicht, für Jahwe einzutreten und seine Gegner kaltblütig töten zu lassen. |
|
Bei der triumphalen Uraufführung in Birmingham im August 1846 sorgten (unter der Leitung von Ignaz Moscheies) 396 Mitwirkende in dramatischen, in fast opernhafter Schärfe gegeneinandergestellten Szenen für die Wiedergabe eines grausamen historischen Ereignisses, das durch Mendelssohns Verzicht auf erzählende Rezitative und betrachtende Choräle wenig mit der sonstigen Erbaulichkeit eines Oratoriums gemein hatte. Ohne orchestrale Vorbereitung durch eine Ouvertüre läßt Mendelssohn den Elias vor seinen König treten. Er prophezeit eine dreijährige Dürre, die erst dann von der Ouvertüre mit farbloser Monotonie ausgemalt wird. Der Aufruf des frommen Obadjah zur Reue und die Klagen des fluchbeladenen Volkes münden in musikalische Bilder des strafenden Gottes. Eine Episode erzählt, wie Gott den Propheten aus dem von Hungersnot gepeinigten Landstrich an den Bach Crith führt und er durch Raben mit Brot versorgt wird. Das dabei erklingende Doppelquartett der Engel gehört in seiner Milde zu den schönsten Mendelssohnschen Einfällen. Nach drei Jahren Dürre erscheint er wieder vor dem abtrünnigen König Ahab. Das Volk soll durch ein Gottesurteil auf dem Berge Karmel erfahren, welches der richtige Gott sei. Die Baal-Priester und Elias haben Scheite und Sträucher aufgeschichtet: Wer beim Aufruf ihres jeweiligen Gottes den zündenden Funken auf den Altar schleudert, soll als alleiniger Gott verehrt werden. Das fanatische Flehen der Priester bleibt ohne Folgen, erst Elias' Gebet zaubert die Flamme herab. Die Menge tötet die irregeleiteten Baalpriester, als nach der Beschwörung des Regens dieser tatsächlich rauschend herabstürzt und dem Land die Fruchtbarkeit zurückbringt. Der zweite Teil des Oratoriums zeigt bittere Niederlagen des Propheten. Die Königin hetzt das Volk zum Mord am unbequemen Mahner auf, der in der Wüste von Engelschören auf den Berg Horeb geleitet wird und in der Begegnung mit dem unsichtbaren Gott den Höhepunkt seines Prophetenlebens erfährt. Er zieht erneut zum Kampf gegen die Götterverehrer aus und fährt am Ende seines Lebens in einem feurigen Wagen gen Himmel. Der Schluß kündigt dann die Ankunft des Messias an, der sein Wirken fortführen wird. Uwe Kraemer |
|
Pressestimmen zum Konzert
|
![]() |
Neue
Westfälische vom 30.4.2007 "Der Musikfreund erlebte Felix Mendelssohn Bartholdys oratorisches Meisterwerk in einer seiner Großartigkeit angemessenen, chorklanglich eindrucksvollen Umsetzung durch den Bielefeld Oratorienchor." |
|
|
"Chorleiter Hartmut Sturm ließ die tönende Bilderfolge ohne
aufgesetzte Überzeichnungen entstehen: Er zeigt Gespür für
Proportionen, hält den romantischen Klang schön rund im Fluss; er treibt
die Bildhaftigkeit der Vorlage nirgends in effektheischende Plakatmalerei,
erhebende Gefühle nicht ins Gefühlige, wohl aber die souveräne
Auffächerung zu zwingend gesetzten dramatischen Höhepunkten. Sein Oratorienchor folgte ihm bestens präpariert, mit gewohnt volltöniger, harmonisch gerundeter Klang- und einer immer wieder erstaunlich beweglichen Ausdruckgebung. Die Palette reichte vom so intensiv aufgeladenen wie plastisch durchgezeichneten Eingang 'Hilf, Herr!' bis zu wohllautschmelzenden Sopran-Aufschwüngen im Ohrwurm 'Denn er hat seinen Engeln befohlen', umfasste schlagend prononciertes Agieren (der Baals-Priester) und Agitieren ebenso wie ruhevolles Betrachten in 'Wohl dem, der den Herren fürchtet'. Mit nicht nachlassender Konzentration und Singkompetenz erzielte der Chor eine durchwegs suggestive Darstellung." |
|
Westfalen-Blatt vom
30.4.2007 "Es waren die markanten, dramatischen Passagen aus dem Leben des Propheten, mit denen der Oratorienchor der Stadt Bielefeld und die Bielefelder Singschul´ besonders glänzten. Der stimmgewaltige Chor stellte die Propheten Baals ebenso wie die |
|
| bekennende
Gemeinde dar, war in die Handlung verwoben, kommentierte das Geschehen
jedoch auch. Mit einem mächtigen Hilferuf stiegen die Sänger in den
ersten Chor ein und ebenso eindrucksvoll, mit einer beweglichen, kraftvoll
gestalteten Fuge, beendeten sie zweieinhalb Stunden später das Werk. Chorleiter Hartmut Sturm dirigierte sehr zügig. Im zackigen Rhythmus und voller Energie drohte der Chor Elias 'Wehe ihm, er muss sterben'. Rasant ließ er nach der langen Trockenheit die 'Wasserströme' wieder 'brausen'. Viel Wert auf dynamisch abwechslungsreiche Gestaltung hatte Sturm unter anderem beim Chor 'Aber der Herr sieht es nicht' gelegt. Der Text war besonders in den Szenen sehr durchdacht gestaltet, in denen die Sänger im wettstreit mit Elias ihren Gott Baal um Feuer anflehten und von der Erscheinung Gottes im sanfen Säuseln berichten." |