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Konzert Karfreitag, 25.3.2005 17:00 Uhr Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld Johannes-Passion Johann Sebastian Bach BWV 245 für Soli, Chor und Orchester Ausführende: Christa Maier, Sopran Yvi Jänicke, Alt Christoph Rösel, Tenor Franz Gerihsen, Bass Frederik Martin, Jesusworte Oratorienchor der Stadt Bielefeld Bielefelder Singschul´ Philharmonisches Orchester der Stadt Bielefeld Leitung: Hartmut Sturm |
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![]() Johann Sebastian Bach |
Im Mai 1723 begann Johann Sebastian Bach seinen Dienst als Leipziger Thomaskantor. Mit Feuereifer machte er sich an seinen ersten Leipziger Kantatenjahrgang, komponierte zum Weihnachtsfest in Gestalt des Magnificat BWV 243a sein erstes lateinisches Großwerk und geht dann daran, eine Passion zu komponieren - eine Aufgabe noch größeren Zuschnitts. Am Karfreitag 1724 wird sie als Passio secundum Johannem in der Leipziger Nikolaikirche aufgeführt. Schon zu diesem Zeitpunkt - nicht erst in seinen späteren Jahren - geht es ihm um die Verschmelzung von Altem und Neuem, funktional Gebundenem und kompositorisch Autonomen, generell Erhabenem und individuell Schönem. Seine Musik soll - so |
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lesen - ein vollkommener Ausdruck der Zeit sein, die ein Gestern, ein Heute und ein Morgen kennt. So begnügt er sich in seiner ersten Leipziger Passion nicht mit den damals gängigen (und den Leipzigern immerhin aus der Telemann-Passion bekannten) aus freier Dichtung bestehenden |
![]() Plakatmotiv zur Johannes-Passion von Peter Flachmann |
Texten, sondern räumt in seiner eigenen Textzusammenstellung vielmehr Bibelwort und Choral zentralen Raum ein. Möglicherweise entsteht eine erste Zusammenarbeit mit Picander, der seit 1725 nachweislich als sein Librettist auftritt. Ohnehin bedarf Bach zu seiner Inspiration nicht unbedingt drastischer, bildkräftiger Vorlagen. Man kannsich kaum einen formelhafteren Text vorstellen als denjenigen zum Eingangschor "Herr unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist!". Doch was macht Bach daraus: das bis dahin gewaltigste vokal-instrumentale Tongemälde der abendländischen Musikgeschichte. In einem Satz vereinigt er die Darstellung von göttlicher Macht und Herrlichkeit, von kreatürlichem Leiden und von der gewaltigen Bewegung, die angesichts des Passionsgeschehens durch die Menschen geht. |
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Pressestimmen zum Konzert
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Westfalen-Blatt vom 27.3.2005 "Denn Hartmut Sturm konnte seinen um Mitglieder der Bielefelder Sinschul´ erweiterten Oratorienchor noch besser als sonst zu Höchstleistung motivieren." |
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"Das Publikum durfte sich delektieren an durchgängigem
Artikulationsschliff sowie klangschöner Transparenz und Stimmbalance. An
einem kraftvollen Eingangschor, der in geschmeidiger Melismatik daherkam,
an lyrischen, wunderbar dynamisch ausgestalteten Choralsätzen und an
ungemein 'knackig frischen', prägnanten und reaktionsschnellen
Turbachören, die somit eine atemberaubend dramatische Wirkung
entfalteten, der man sich unmöglich entziehen konnte. Unnachahmlich etwa
dieses pulsierende Wispern in 'Lasset uns den nicht zerteilen' mit seinen
dynamisch gesetzten Akzenten - um nur ein Beispiel ingeniöser
Gesangskunst zu nennen. Hartmut Sturm wählte für den Chor frische Tempi und reihte ansonsten Nummer um Nummer aneinander, auf dass der Eindruck eines spannenden Musikdramas entstand, welches auf der anderen Seite aber auch Anrührung, Mitleid, Versenkung und Trost enthielt." |
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Neue
Westfälische vom 27.3.2005 "Präzision und Prägnanz kennzeichneten die Volkschöre, die Turbae, die Hartmut Sturm mit Bedacht zu enormer Dramatik zuspitzte. So im aggressiv aufgeladenen 'Nicht diesen, sondern Barrabam' oder den fanatischen 'Kreuzige'-Rufen. |
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Beeindruckend
gelang auch in den schwierigen imitatorischen Engführungen und
chromatischen Durchgängen von 'Wäre dieser nicht ein Übeltäter' die
Darstellung kollektiven Hasses. Diese eindrückliche Bildhaftigkeit
charakterisierte auch die in scherzohafter Leichtigkeit gesungenen
Staccati der ums Gewand würfelnden Söldner, eine konzis ausgearbeitete
Charakterstudie. Am meisten aber nahm die Ausführung der Choräle, die Herzstücke der Bachschen Passionen, für diese Aufführung ein. Hinreißend, wie Sturm jedem Choral ein eigenes Profil zukommen ließ und dabei dem Maß der Musik und dem Primat des Wortes folgte. Trotz der ausgefeilten Ausarbeitung klang der komplizierte Choralsatz nirgends überbetont und affektiert, sonder präsentirete sich im schlichten Kleid des Kirchenliedes." |
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