Hauptseite - Oratorienchor der Stadt Bielefeld

Der Chor

Konzert-Termine

Ticketservice

Probentermine

Spaß am Singen?

Möglichkeiten der Förderung

Konzertrückblick und Pressemeinung



Verein / Vorstand / Kontakt


Der Oratorienchor blickt auf eine sowohl bewegte als auch bewegende Vergangenheit zurück.

 
Blicken und klicken Sie mit ...

  Bitte keine rote Fahne entrollen (Ende 19. Jahrhundert)
  Morgenrot + Kornblume = Arbeiter-Sängervereinigung (1902)
  Kein subventioniertes Bier für den Deligierten (1902)
  Erste sängerische Frauen-Power (1903)
  Chor-Fusion wg. Bierpreise (1909)
  Leitung: Wilhelm Schulz (1912)
  Gemischter Chor? Vielleicht? Nein! Ein bisschen. Ja! (1915-24)
  Leitung: Wilhelm Lamping (1925)
  Leitung: Ernst Püttbach (1926)
  Erstes Konzert in der Rudolf-Oetker-Halle (1930)
  Kinderchor Bielefeld, Abt. Volkschor (1930)
  "Guten Tag" statt deutschen Gruß? Das gibt Ärger... (1935)
  Neue Hoffnung mit "Die Schöpfung" (1946)
  Eklat wg. der 9. (1946)
  Und jetzt richtig offiziell "Städtisch" (1953)
  Leitung: Engelbert Buhr (1975)
  Neues Image, Neuer Name - "Oratorienchor" (1978)
  Leitung: Host Henke - Schluss mit Stricken (1989)
  Neue Sänger braucht das Land - Die "Bielefelder Singschul´"
  Leitung: Hartmut Sturm
  Festakt und Festkonzert zum 111-jährigen Bestehen.
  Leitung: Hagen Enke






30. Stiftungsfest


1. Oktober 1890 Als erster Arbeitergesangverein gründet
sich in Bielefeld der Tischlergesangverein "Frisch Auf".

1890 und 1893 Es entstehen die Männerchöre
"Morgenrot" und "Kornblume"

Alte "Frisch Auf"-Protokolle melden Verfolgung wegen
"politischer Umtriebe".

Beim Bundessängerfest in Bielefeld muss "Frisch Auf"
mit 30 Schritt Abstand zum Festzug und verhüllter Fahne marschieren - denn eine rote Fahne hielt man nicht für "politisch korrekt".

1902 "Morgenrot" und "Kornblume" schließen sich zur "Arbeiter - Sängervereinigung Bielefeld" zusammen.

1902 Zur Versammlung des "Westfälischen Arbeiter - Sängerbundes" wird ein Delegierter gewählt, um dessen finanzielle Ausstattung eine Debatte entsteht: Soll er 12 Mark erhalten, die ihm die Zugfahrt finanzieren, oder 15 Mark, um auch das Dortmunder Bier probieren zu können? Es bleibt bei 12 Mark!

1903 Der "Frauenchor Bielefeld" wird gegründet.

1903 Der Dirigent Emil Schubert stellt den Antrag, sein Honorar von 3 Mark auf 3,50 Mark zu erhöhen. Er musste warten. 1911 werden ihm dann 4,50 Mark bewilligt.

20. September 1909 Die "Arbeiter - Sängervereinigung Bielefeld" vereint sich mit dem Gesangsverein "Frisch Auf" zur "Arbeiter-Sängervereinigung Frisch Auf Bielefeld". Die Gründe sind nach vollziehbar: Den Sängern war das Bier in ihren Vereinslokalen zu teuer geworden. Nach dem Zusammenschluss konnten die nunmehr 85 Mitglieder im größeren - und preiswerteren - Gasthaus "Stadt Bielefeld" ihre Proben abhalten.

 

 

 

 

 

 

Seitenanfang - Unsere Geschichte

 

 

 

 

 

 



Volkschor 1924

1911 Aus finanzieller Not verkauft der Chor die ehemalige Fahne des Gründerchors "Frisch Auf" an den gemischten Chor Bielefeld.

1912 Dem Dirigenten Emil Schubert wird nach längerer Unzufriedenheit die Zusammenarbeit aufgekündigt. Sein Nachfolger wird Wilhelm Schulz.

5. August 1914 Wegen des Kriegszustands werden 

 

Seitenanfang - Unsere Geschichte

keine Chorproben abgehalten. Statt dessen trifft man sich mittwochs zum Gespräch. 49 Chormitglieder wurden eingezogen. Ihre Familien werden nach Kräften finanziell unterstützt.

1915 Man denkt erstmals darüber nach, auch Frauen in den Chor aufzunehmen. Es fällt allerdings keine Entscheidung.

1919 Ein gemischter Chor wird weiterhin abgelehnt.

1921 Erstmals in Bielefeld führen ein Frauen- und Männerchor gemeinsam ein größeres Chorwerk - "Die Glocke" von Romberg - auf.

1924 Es wird die Zusammenführung der "Arbeiter - Sängervereinigung Frisch Auf Bielefeld" mit dem "Frauenchor Bielefeld" beschlossen.
Der Chor nennt sich nun "Volkschor Bielefeld" und besteht nun aus 105 Frauen und 100 Männern.




Wilhelm Schulz



Ernst Püttbach

1925 Der Dirigent Wilhelm Schulz verstirbt während der Vorbereitungen zur "Schöpfung". Wilhelm Lamping übernimmt den "Volkschor" kommissarisch.

Januar 1926 Dem jungen Dirigenten Ernst Püttbach wird nach erfolgreichem Dirigat der "Eroica" die Leitung des "Volkschors" übertragen. Daraus sollte sich eine fast 50-jährige Zusammenarbeit entwickeln.

1928 Der Westdeutsche Rundfunk in Köln überträgt ein Konzert des "Volkschors". Aufgrund des großen Anklangs werden in den nächsten Jahren viele weitere Sendungen folgen.

1930 Es wird das 40-jährige Bestehen gefeiert. Das Festkonzert - "Odysseus" von Max Bruch - wird im Rundfunk übertragen. Die Festrede hält der damalige Reichsinnenminister und langjähriges Mitglied des Chores, Carl Severing.


Seitenanfang - Unsere Geschichte


13. Dezember 1930 Der "Volkschor" gibt mit "Odysseus" in der gerade eingeweihten Rudolf-Oetker-Halle sein erstes Konzert.

14. Dezember 1930 Der "Kinderchor Bielefeld", Abt. Volkschor Bielefeld wird gegründet. 170 Kinder singen mit.

Mai 1933 Von 142 Mitgliedern sind 112 arbeitslos.

1933 Wegen des hohen Anteils politischer Liederim Repertoir ist der "Volkschor" den Nazis ein Dorn im Auge. Im Rahmen der Bemühungen, die Arbeitermusikbewegung in Deutschland zu zerschlagen, werden dem "Volkschor" sämtliche Zuschüsse gestrichen.

13. Juli 1933 Dem "Volkschor" wird die Mitwirkung an städtischen Konzerten verboten.



Gau-Gesangsfest 1929



40 Jahre Volkschor

1935 Der städtische Musikdirektor Gößling (NSDAP) schwärzt den "Volkschor" bei Oberbürgermeister Budde als "Refugium der Arbeiterbewegung" an. "Hinzu käme, dass Severing auf einem Ehrenplatz an diesen Konzerten teilnahm. Hierzu passt auch, dass der Dirigent des Chores keine Probe mit dem deutschen Gruß begann oder beschloss, sondern 'Guten Tag' sagte".
Oberbügermeister Budde lässt sich davon nicht beeinflussen - er genehmigt die Bereitstellung des Orchesters.

1937 Auf Gößlings Initiative überprüft die Gestapo den Chor.

 Seitenanfang - Unsere Geschichte


1940 Verunsichert durch den Kriegszustand wird überlegt, ob der Chor weiter existieren soll. Man entschließt sich, weiter miteinander zu singen. Die vorgeschriebene Verdunkelung der Fenster im Probenraum, der Aula des Ratsgymnasiums, wurde vom Chor übernommen.
Aus finanziellen Gründen finden nur noch wenige Konzerte statt: 1941 "Messias" und "Judas Maccabäus"; 1943 "Ein deutsches Requiem".

1942 Ernst Püttbach wird eingezogen. Alfred Habermehl übernimmt die künstlerische Leitung.

1944 Im Rahmen des Gesetzes über den "Totalen Kriegseinsatz" hat der Chor sämtliche Tätigkeiten einzustellen.

1945 Ernst Püttbach kehrt aus dem Krieg zurück.
 

 

 

 

Seitenanfang - Unsere Geschichte


Januar 1946 Die Konzerttätigkeit wird wieder aufgenommen. Es kommt an drei aufeinander folgenden Tagen "Die Schöpfung" zur Aufführung. Der Erlöß der Konzerte kommt hilfsbedürftigen und invaliden Mitgliedern des Chors sowie der Arbeiterwohlfahrt als Spende zu.

1946 Der Versuch des Chors, das für die Arbeitermusikbewegung symbolträchtigste Stück - Beethovens 9. Sinfonie - aufzuführen, führt zu Auseinandersetzungen mit kommunalpolitischen Ausschüssen. Die Intervention des SPD-Landtagsabgeordneten Emil Groß ermöglicht 1947 endlich die Aufführung.



Volkschor 1946


1946 Ernst Püttbach übernimmt die künstlerische Leitung des Musikvereins Oelde. Bis Ende der 80er Jahre werden gemeinsame
Konzerte in Oelde und Bielefeld gegeben. Bei vielen Konzerten wirken auch der "Volkschor Brackwede" (bis 1952), der "Volkschor Ost" und der MGV "Liedertafel Harmonie" mit.

1947 Der Chor schließt mit der Stadt Bielefeld einen Vertrag, der die freie Nutzung der Oetkerhalle und die kostenlose Mitwirkung des Orchesters garantiert.

3. Dezember 1949 Der SPD-Stadtrat Carl Schreck und der ehemalige Reichsinnenminister Carl Severing werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
 

 

 


Seitenanfang - Unsere Geschichte



Volkschor 1957

1953 "Als Anerkennung für sein Bemühen, den musikliebenden Bürgern der Stadt alte und neue Musikwerte zu vermitteln" wird dem Chor vom Rat der Stadt die Ermächtigung erteilt, den Namen "Volkschor der Stadt Bielefeld" zu führen.

4. Januar 1974 Nach fast 50-jähriger Zusammenarbeit verstirbt Ernst Püttbach. Generalmusikdirektor Georg-Wilhem Schmöhe übernimmt die Arbeit und leitet das nächste 

 

Konzert - die "Nelson Messe" und "Stabat Mater".

1975 Der Wuppertaler Chordirektor Engelbert Buhr übernimmt die Leitung des "Volkschors". Mit großem Engagement setzt er die Proben- und Konzerttätigkeit des Chores fort.

1978 Aus Image-Gründen und wegen einer Abgrenzung von "verstaubt-kämpferischen Zielen" benennt sich der "Volkschor" um in "Oratorienchor der Stadt Bielefeld e.V.".

1989 Engelbert Buhr gibt die Leitung des Oratorienchores ab.
Sein Nachfolger wird der damalige 1. koordinierte Kapellmeister der Städtischen Bühnen, Horst Henke.
Aufgrund einer neuen Programmstruktur und einer effizienten Mitgliederwerbung gewinnt der Chor entscheiden an Profil. Auch wird nun während der Proben nicht mehr gestrickt! Erfreulich ist besonders die große Zahl der vielen jungen Sängerinnen und Sängern unter den neuen Mitgliedern.

 


Engelbert Buhr

Seitenanfang - Unsere Geschichte



Horst Henke

1991 Horst Henke gründet die "Bielefelder Singschul´". Mit ihren jungen Stimmen bereichert sie von nun an den Oratorienchor bei seinen Aufführungen.

1995 Horst Henke geht in den Ruhestand. Die Leitung liegt jetzt in den Händen von Hartmut Sturm, Kirchenmusikdirektor aus Herford.

2001 Der Oratorienchor der Stadt Bielefeld feiert in der Oetkerhalle sein 111-jähriges Bestehen mit großem Festakt und Festkonzert.

 

 



 

Seitenanfang - Unsere Geschichte


16.3.2012 "Oratorienchor glänzt zum Abschied"
Mit einer rundum gelungenen und hörenswerten Aufführung des 'Paulus' und einer nicht minder bewegenden Feier verabschiedet sich Hartmut Sturm in den O-Chor-Ruhestand.
Seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass sich der Chor zu einer der ersten musikalischen Adressen unserer Region entwickeln konnte.

Die künstlerische Leitung wurde Hagen Enke, Chordirektor am Theater Bielefeld, übertragen.
 


Hartmut Sturm

Seitenanfang - Unsere Geschichte